Historie

VfK 07 – Die Wiedergeburt einer Ringerhochburg
Nach drei deutschen Meisterschaft und dem Ausscheiden im Viertelfinale im Jahr darauf, war im Dezember 2006 die Schraube überdreht: Die Auswärtsfahrt nach Luckenwalde wurde erst gar nicht gemacht. Den VfK drückten Schulden. Eine Summe in einer Höhe, für die so mancher Fußball-Manager vielleicht nicht einmal Post vom Staatsanwalt bekommen hätte, aber für den Ringerverein in der Rettichstadt bedeutete dies das aus.
Jahrelang hätten sich die Schifferstadter Ringer mit ihren Erfolgen über Meldungen in den deutschlandweit erscheinenden Zeitungen gefreut. Jetzt gab es die großen Artikel, sogar in die Fernsehnachrichten hatte es der VfK „dank“ der Insolvenz geschafft.
Aber in Schifferstadt gab es zu viele Sportfreunde, die ein Verschwinden ihrer Stadt von der Ringerlandkarte nicht akzeptieren wollten. Und getreu dem berühmten Zitat von Hermann Hesse „Jedem Ende wohnt ein Anfang inne“ wurde im Februar 2007 der Nachfolge-Verein „VfK 07 Schifferstadt“ aus der Taufe gehoben.
Eine kluge Entscheidung. Schließlich war noch alles da, was ein gesunder Verein brauchte: sportliche und organisatorische Kompetenz, Talente, eine Ringermatte sowie eine Sporthalle, die mit dem Namenszug „Wilfried Dietrich“ geradezu auf junge Schifferstadter Ringertalente wartete.
Und in seinem Namen ging es auch los. Mit dem „Wilfried-Dietrich-Tag 2007“ hatte der VfK 07 seine erste Veranstaltung. Auf der Wiese vor der Halle wurde unter freiem Himmel mit der neuen Staffel gegen eine Pfalzauswahl gerungen, dazu gabs ein passendes Rahmenprogramm.

Oberliga 2007-2008
Im Spätsommer startete man dann mit einem Heimkampf gegen Pirmasens-Fehrbach in die Oberliga-Saison. Das Startrecht in dieser Liga hatte der Ringerverband Pfalz dem VfK 07 zugestanden, nachdem die zweite Mannschaft des VfK im Jahr zuvor in dieser Staffel gerungen hatte.
Am Saisonende stieg man als Meister in die Regionalliga auf. Man hatte sich in der Oberliga klar durchgesetzt und auch die Endrunde mit den Vertretern der Oberliga Saarland deutlich für sich entschieden. Und die Wilfried-Dietrich-Halle erlebte immer wieder eine ganz neue Stimmung: „Bewährte“ und neue Fans jubelten den einheimischen Talente zu; zum „Play-Off-Finale“ gegen Koblenz-Karthause waren es sogar knapp 800.
Marvin Scherer holte danach noch zu seinem persönlichen Paukenschlag aus:  deutscher Juniorenmeister.
Dank des im neuen Verein verbliebenen „Ringer-Know-How“ war der VfK 07 von Beginn an ein vielgelobter Ausrichter von regionalen Nachwuchsmeisterschaften und ist dies auch bis heute.

Regionalliga 2008-2009
Eine einzige Niederlage kostet die Meisterschaft und die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Durch den späteren Verzicht des Meisters rückte man aber doch in die 2. Liga auf. Die Saarländer aus Spiesen/Elversberg hatten die Saison ihrer Vereinsgeschichte, die in einem dramatischen Saisonfinale gegen Schifferstadt enden sollte. 18:22 hatte der VfK 07 seinen einzigen Saisonkampf in eigener Halle gegen den Konkurrenten verloren. Und ausgerechnet am letzten Kampftag ging es ins Saarland. In einem Duell auf Messers Schneide egalisierte man mit einem 22:18-Sieg die Hinkampfniederlage, die höhere Anzahl an Schultersiegen hatte aber den Ausschlag für den Gegner gegeben. Durch den Aufstiegsverzicht der Konkurrenz rückte man dennoch eine Klasse auf.

2. Bundesliga 2009-2013
Mit einem denkwürdigen Kampf gegen Schorndorf begann in eigener Halle das Abenteuer 2. Bundesliga. 550 Zuschauer waren Zeuge einer dramatischen Begegnung, bei der später ein irreguläres Schulter-Abklopfen korrigiert und zu einem 20:18-Heimsieg gewertet wurde.
Es war der Auftakt zu einer Saison, für die man sich vorgenommen hatte, nur mit deutschen Ringern anzutreten. Dies und die Besonderheiten des Schifferstadter Ringens hatten den Journalisten Friedrich Bohnenkamp dazu bewegt, den Dokumentarfilm „Die Meisterringer von Schifferstadt“ zu drehen.
Randnotiz: Am 5. Kampftag kam beim Kampf gegen Musberg ein damals 14-jähriger im Leichtgewicht zu seinem ersten Zweitligaeinsatz. Ein gewisser Denis Kudla war damals einem gewissen Frank Stäbler technisch unterlegen. Die weiteren Erfolge von Kudla dürften bekannt sein. Der damalige Gegner Stäbler wurde bei den Männern 2012 Europameister und 2013 Dritter bei EM und WM.
Der VfK 07 schloss seine Auftaktrunde in der 2. Bundesliga Süd auf Rang fünf – unter 10 Mannschaften – ab.
Dazu konnte auch wieder mit dem wichtigen Unterbau „2. Mannschaft“ antreten.

Das Jahr 2010
Das verflixte 2. Jahr in der 2. Klasse hatte dann, wie im Sport sooft, mehr Tiefen als Höhen. Nachdem nur 6 von 16 Saisonkämpfen gewonnen werden konnten, landete man am Ende auf Tabellenplatz 7.
Dennoch war auch dies eine ganz besondere Kampfrunde, denn erstmals trat eine VfK 07-Staffel zu elft an. Der Fanclub „Abaraade“ hatte sich formiert und sorgt seither für die ausgezeichnete Ringkampf-Atmosphäre, und das nicht nur in der Wilfried-Dietrich-Halle.

Das Jahr 2011
Die Saison 2011 brachte eine VfK 07-Staffel hervor, die sich im Mittelfeld der Liga etablieren konnte. Neuzugänge halfen mit, das Team zu stabilisierten – hier sei vor allem Anatoli Buruian genannt. Allerdings fehlte die gleichmäßige Besetzung über alle Gewichtsklassen und Stilarten hinweg. So zeigte beispielsweise Eigengewächs David Höll oft beherzte Kämpfe, konnte aber dem Niveau dieser Liga insgesamt nicht Stand halten.
Feiern durfte man dennoch: Die 2. Mannschaft wurde Meister der Verbandsliga.

Das Jahr 2012
Es folgte die Aufstiegssaison. Schifferstadt dominierte die Liga und bezog nur eine (vermeidbare) Niederlage, im Kurpfalzderby in Schriesheim.
In allen „Mannschaftsteilen“ war die VfK 07-Staffel absolute Spitze. In den leichten Gewichtsklassen entwickelten sich Marvin Scherer und Anatoli Buruian zu Erfolgsgaranten. Neuzugang Miro Kirov – mittlerweile EM-Dritter – beantwortete in den Abschlusskämpfen souverän die letzten Antworten. Und neben „Greco-Jubel“ Denis Kudla, um den wohl ganz Ringerdeutschland den VfK 07 beneidet, konnte mit Etka Sever ein weiterer junger Schifferstadter seine internationalen Erfolge im Nachwuchsbereich auch in der Liga bestätigen.
Nun liegt auch schon die Saison als Neuling und die zweite Runde in der 1. Bundesliga vor uns. Wie geht es weiter…

… solange wir alle – Ringer, Fans und Funktionäre – an unseren VfK 07 glauben, nur in eine Richtung: Aufwärts!

 

Andreas Scherer

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