Fünf Einzelsiege für den VfK

Berichte aus dem Schifferstadter Tagblatt – von Kurt Claus

Nachbericht

Ringen  Erste Bundesliga  Topfavorit SVG Weingarten siegt aber dennoch 22:14

Schifferstadt (kc). Claudio Passarelli, Sportlicher Leiter beim Ringerbundesligisten VfK 07 hatte richtig vermutet: der SV Germania Weingarten kam nicht mit der besten, aber einer dennoch starken Staffel auf die Schifferstadter Matte. Am Ende gab es mit dem 14:22 den erwarteten Erfolg für die Badener im Derby, aber der VfK zeigte auf, dass er in der Ersten Bundesliga angekommen ist, wenn er auch noch nicht auf Augenhöhe mit den führenden Teams sein kann.

Fünf Einzelsiege gab es dennoch für die Gastgeber und dabei einige ringerische Leckerbissen zu sehen. Für Anatoli Buruian, einen der stärksten im VfK-Trikot, gab es schon vor der Partie eine Auszeichnung, denn Jürgen Fouquet, Leiter des 1. Deutschen Ringermuseums, zeichnete den Moldawier als Ringer der Saison 2012 aus. „Das wollen wir jetzt in jeder Saison tun“, sagte Fouquet bei der Übergabe eines Aquarells.

Auf der Matte zeigte Buruian gegen den gebürtigen Landsmann und jetzt für Bulgarien ringenden Alexander Chirtoaca seine Klasse auf, führte schnell 5:1 und siegte dann auch mit 5:3. Für die Gesamtwertung gab es jedoch 4:0 Punkte, da der Weingartener einige Gramm zuviel auf die Waage gebracht hatte. Wenig Federlesens machte anschließend Oliver Hassler, deutscher Meister 2011, gegen VfK-Eigengewächs Etka Sever und schickte ihn mit 3:14 Punkten nach 4.48 Minuten von der Matte. Das war erwartet worden, auch, dass anschließend Marvin Scherer gegen Sören Stein die Punkte holen würde. Beim 8:5 ließ sich der VfKler aber in den ersten Sekunden überraschen, lag nach zwei Wertungen mit 0:5 im Rückstand und mühte sich dann noch zum knappen Erfolg. „Sören hat sich super verkauft, er hat technisch gut gerungen“, freute sich Weingartens 1. Vorsitzender Ralf Oberacker über den Coup des Klassikers, denn da war mit einem deutlicheren VfK-Erfolg gerechnet worden.

Was freute sich anschließend Mamuka Kordzaia über seinen 11:4-Kantersieg über den albanischen Superringer Egzon Shala. Der Weingartener ist amtierender albanischer Meister, fünfter der EM 2013 und 3. der Mittelmeerspiele, klar gegen den VfKler favorisiert. Bärenstark präsentierte sich Kordzaia und es war nur zu verständlich, dass er gegen Ende jeden seiner Wertungen frenetisch feierte. Wie anschließend auch die VfK-Fans seinen Erfolg.

Anatoli Guidea ist schon jahrelang einer der besten Bundesligaringer. Verständlich, dass da Stefan Ivanov nur die Außenseiterrolle besetzen konnte, sich dabei aber achtbar aus der Affäre zog. Den technisch überlegenen Sieg des Weingarteners (1:12) konnte er nicht verhindern. Bulgarischer Meister 2012 und 2013 ist Ilian Georgiev, den Denis Kudla vor der Brust hatte. „Da ich acht Wochen lang kein Mattentraining wegen meiner Verletzung machen konnte, bin ich zufrieden“, strahlte das VfK-Aushängeschild nach seinem knappen, aber nicht unverdienten 2:1-Erfolg, bei dem es viel Zündstoff gab, da viele eine dritte Verwarnung des Weingarteners gesehen haben wollten und damit 4:0 Punkte statt „nur“ 2:1. Nach 4.55 Minuten hatte Ion Panait, mehrfacher rumänischer Meister und seit 2007 in Weingarten Wladimir Berenhardt mit drei Verwarnungen von der Matte geschickt. Aydin Selimoglu zeigte eine beherzte Leistung gegen den russischen Spitzenringer Bekhan Kurkiev, wenn er sich noch etwas mehr zutrauen würde, wäre auch mehr drin gewesen als das 3:11. Höhepunkte waren die beiden letzten Partien, bei denen Miroslav Kirov gegen den deutschen Vizemeister Georg Harth bestechend auftrat. Als beide mit einer Verwarnung belastet waren, holte Kirov nach 5.41 Minuten den entscheidenden Wertungspunkt.

Viel Beifall gab es für Adam Juretzko vor seinem Auftritt gegen Arkadiusz
Kulynycz und sichtlich gerührt zeigte sich der Ex-VfKler, der aber mächtig kämpfen musste. Eine Unachtsamkeit von Kulynycz gab eine Dreierwertung und nach zwei weiteren Drehern führte Juretzko mit 8:0. Aber im zweiten Durchgang ließ der VfKler nur noch einen Verwarnungspunkt zu.

Die Kämpfe: 55 kg F: Anatoli Buruian – Alexander Chirtoaca 4:0 (ÜG); 120 kg gr.-röm.: Etka Sever – Oliver Hassler 0:4 (3:14); 60 kg gr.röm.: Marvin Scherer – Sören Stein 2:1 (8:5); 96 kg F: Mamuka Kordzaia – Egzon Shala 3:1 (11:4); 66 kg F: Stefan Ivanov – Anatoli Guidea 0:4 (1:12); 84 kg gr.-röm.: Denis Kudla – Ilian Georgiev 2:1 (2:1); 66 kg gr.-röm.: Wladimir Berenhardt – Ion Panait 0:4 (DS); 84 kg F: Aydin Selimoglu – Bekhan Kurkiev 1:3 (3:11); 74 kg F: Miroslav Kirov – Georg Harth 2:1 (2:1); 74 kg gr.-röm.: Arkadiusz Kulynycz – Adam Jurentzko 0:3 (0:9).

Vorbericht

VfK-Fans dürfen mit einigen Knallern rechnen

Ringen Bundesliga  Ex-Meister SV Germania Weingarten Favorit gegen den
Aufsteiger

Schifferstadt (kc). Der SV Germania Weingarten ist der Meister der Jahre 2011
und 2012, der VfK 07 Aufsteiger aus der Zweiten Liga. Schon aus dieser
Perspektive wird deutlich, was heute Abend, 19.30 Uhr in der
Wilfried-Dietrich-Halle auf die Schützlinge von Freistil-Trainer Erol Bayram
und Greco-Coach Markus Scherer zukommen wird. „Eine gewaltige Hausnummer“, wie
Scherer schon betonte. Dass Weingarten, gespickt mit international erfahrenen
und auch erfolgreichen Athleten den VfK vielleicht nicht ganz so ernst nimmt
und nicht in bester Besetzung antritt, davon will Erol Bayram nichts wissen.

Er rechnet mit einem starken Aufgebot. „Weingarten hatte den Kampf in Triberg
verloren, da auf beiden Seiten ein Kampf eines WM-Starters nachgeholt werden
musste. Und diese Nachholkämpfe waren am Sonntag, einen Tag, nachdem Weingarten
zu Hause klar gegen Burghausen gewonnen hatte. Mit Oliver Hassler und Adam
Juretzko sind die dann die 500 Kilometer nach Triberg gefahren, haben den Sack
zugemacht und die Punkte geholt. Wenn die mit zwei Leuten so weit fahren, dann
werden sie in Schifferstadt auch nichts zu verschenken haben“, erwartet Bayram
einen bestens motivierten Kontrahenten.

Dies sieht auch der sportliche Leiter Claudio Passarelli so. „Nach ihrem
starken Auftreten am letzten Wochenende sehe ich keine Chance, den Kampf zu
gewinnen. Weingarten muss gerade gegen schwächere Mannschaften wie den VfK die
wichtigen Punkte holen. Die werden meiner Meinung nach mit einer relativ
starken Mannschaft antreten.“

Trotz der Außenseiterrolle sieht er sein Team in der Lage, den Gast doch zumindest
ein wenig ärgern zu können. Dabei wird es ohne Frage zu einigen Knallern
kommen. Dies verspricht schon der erste Kampf in der Klasse 55 kg Freistil
zwischen Anatoli Buruian und dem Rumänen Alexandru Chirtoaca. Mit dem
ungarischen Spitzenringer Peter Modos wird sich Marvin Scherer  (60 kg
griech.-röm.) auseiandersetzen müssen.

„Auch in 74 kg Freistil und 84 griech.-röm. werden wir schöne und interessante
Kämpfe sehen“, ist der sportliche Leiter überzeugt. So einmal zwischen Miroslav
Kirov und Georg Harth, dem amtierenden deutschen Vizemeister. Nicht weniger
spektakulär dürfte die Begegnung zwischen Denis Kudla und dem bulgarischen
Topathleten Ilian Georgiev (der allerdings aus der leichteren 74-kg-Klasse
kommen würde) oder dem Nachwuchsmann Ramsin Azizsir werden.

„Es kommt natürlich darauf an, mit welcher Zusammenstellung Weingarten kommt,
die haben etwas mehr Auswahlmöglichkeiten als wir“, betonte Passarelli, dass
sich die VfK-Staffel fast von alleine aufstellt. „Mit drei Siegen und einer
Niederlage sind die ersten vier Kämpfe wie erwartet ausgegangen, dabei hat sich
unsere Mannschaft besser als erwartet gezeigt“, ist der sportliche Leiter mit
dem bisherigen Verlauf der Runde zufrieden.

„Wir müssen uns an Aalen, Burghausen, Schriesheim und auch noch Triberg
orientieren, Nendingen, Adelhausen und Weingarten sind noch eine andere Liga“,
sagte auch Erol Bayram. Dennoch erwartetet er einige Begegnungen auf Augenhöhe
und vor allem für die Zuschauer interessante ringerische Ausein­andersetzungen.

Auch für die „Abaraade“ sollte der Kampfabend zu etwas Besonderem werden, denn
auch zahlreiche Weingartener Fans werden bei diesem Derby erwartet.bericht

 

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