Presseberichte zum Kampf gegen Adelhausen

Berichte aus dem „Schifferstadter Tagblatt“
 

Nachbericht

Anatoli Buruian mit Knallerauftakt bei starker VfK-Vorstellung

Ringen Erste Bundesliga 19:13-Niederlage beim Topfavoriten TuS Adelhausen

Adelhausen (kc). „Durch den Einsatz von Denis ging ein Ruck durch die Mannschaft, sie hat sich gegen den Topfavoriten gut verkauft“, sagte Griechisch-römisch-Trainer Markus Scherer nach dem 19:13 bei TuS Adelhausen. Oktoberfeststimmung in der Dinkelberghalle, die schon seit 13.30 Uhr im Zeichen des Ringsport gestanden war und mit dem Aufeinandertreffen der Bundesligisten einen würdigen Höhepunkt erlebte. Ein Höhepunkt, bei dem der VfK überzeugte, trotz der Niederlage und bei etwas mehr Cleverness seiner jungen Ringer vielleicht sogar hätte für eine Überraschung sorgen können. Adelhausen hatte schon Respekt vor dem VfK, bot neben dem frisch gebackenen Weltmeister Ivo Angelov und dem trotz seiner 38 Jahre immer noch auf hohem Level ringenden Konstantin Schneider mit Krystian Brzozowski, Bozo Starcevic, dem starken Russen Yuri Belonowski auch Alin Alexuc-Ciuariu auf. Keine Überraschung wollte die TuS beim ersten Heimkampf in dieser Saison erleben, aber es lief zunächst für den VfK. Neuzugang Marc Luithle hatte gegen Anatoli Buruian kein Chance, musste nach 4.30 Minuten die technische Überlegenheit (0:12) anerkennen. „Er hat zu ruhig begonnen“, haderte Scherer mit der Vorstellung von Etka Sever gegen den scheinbar übermächtigen Alexuc-Ciurariu. „Da hat er noch Lehrgeld bezahlt“, ergänzte der Coach.

Dann kam die Überraschung schlechthin, denn Marvin Scherer holte gegen den deutschen Meister und international erfolgreichen Ceyhun Zaidov vier Punkte. Nach 4.34 Minuten kam für den Adelhausener das Aus, nachdem er in der ersten Runde wegen Fingerhakelns verwarnt worden war und gleich nach der Pause von Scherer in die Passivität gedrängt wurde, was die zweite Verwarnung zur Folge hatte. Als dann Scherer nach einem Ausheber Zaidov in der Unterlage hatte, griff dieser beim Befreiungsversuch Scherer ans Bein und Kampfrichter Manuel Senn musste die dritte Verwarnung und damit die Disqualifikation aussprechen. Zum Unmut von Zaidov und den Besuchern. „Man hat nur das Glück, das man sich auch erkämpft und Marvin war zum richtigen Zeitpuntk da“, freute sich Vater Markus über den Erfolg. „Das war eine tolle Auseinandersetzung, Kordzaia hat sich gegen den Russen Belonowski bravourös gewehrt, wir werden noch viel Freude an ihm haben“, sagte Scherer trotz der 9:2-Niederlage des VfKlers. Eine Supereinstellung zeigte Stefan Ivanov gegen Gergö Wöller und ließ beim 9:5 dem Adelhausener nur einen 2:1-Erfolg.

„Der ärgert sich selbst über die Niederlage, das wäre für ihn bei seinem Comeback ein weiterer Höhepunkt gewesen“, erklärte Trainer Scherer zur 1:0-Niederlage von Denis Kudla bei seinem Debüt gegen Konstantin Schneider. Doch auch da konnte Schneider keinen einzigen technischen Punkt erzielen, musste seine ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um mit Verwarnungen gegen Kudla über die Runden und zum Sieg zu kommen. „Schneider ist ein Fuchs, der hat das gut über die Zeit gebracht“; sagten die Trainer Scherer und Erol Bayram. Gegen den amtierenden Weltmeister Ivo Angelov setzte sich Wladimir Berenhardt die ersten drei Minuten super zur Wehr, musste dann aber dem erstaunlich hohen Tempo Tribut zollen. Seinen ersten Bundesligasieg erzielte Aydin Selimoglu gegen Timo Meyer und verdeutlichte dabei, dass bei ihm noch viel Luft nach oben ist. „Er hat gezeigt, welche Reserven noch in ihm stecken“, freute sich Scherer über den Einstand des Eigengewächses.

Arkadiusz Kulynycz wollte unbedingt gewinnen, musste sich mit 1:0 aber Bozo Starceciv beugen und Miroslav Kirov, der am Nachmittag erst aus Moskau nach einem Einsatz für Bulgarien kam und durch die Ochsentour geschlaucht auf der Matte stand, holte gegen Brzozowski immerhin noch einen Mannschaftspunkt. „Man hat gesehen, dass wir eine stabile Mannschaft haben, wir haben uns nicht versteckt, keiner ist gegen das Topteam eingebrochen und an dieser Schraube können wir weiter drehen“, sagten die beiden Trainer trotz der einkalkulierten Niederlage.

Die Kämpfe: 55 kg F: Marc Luithle – Anatoli Buruian 0:4 (0:12, 4.30); 120 kg gr.-röm.: Alin Alexuc-Ciurariu – Etka Sever 2:0 (3:0); 60 kg gr.-röm.: Ceyhun Zaidov – Marvin Scherer 0:4 (DQ 8:2, 4:34); 96 kg F: Yuri Belonowski – Mamuka Kordzaia 3:1 (9:2); 66 kg F: Gergö Wöller – Stefan Ivanov 2:1 (9:5); 84 gr.-röm.: Konstantin Schneider – Denis Kudla 2:0 (1:0), 66 kg gr.-röm.: Ivo Angelov – Wladimir Berenhardt 4:0 (12:0); 84 kg F: Timo Meyer – Aydin Selimoglu 1:2 (1:4); 74 kg F: Krystian Brzozowski – Miroslav Kirov 3:1 (10:2), 74 kg gr.-röm.: Bozo Starcevic – Arkadiusz Kulynycz 2:0 (1:0).

Am Mattenrand von Kurt Claus

Auch Verlierer können Sieger sein

Neun Wochen war Denis Kudla durch einen Wadenbeinbruch außer Gefecht, konnte der Staffel des VfK 07 bei den ersten Schritten auf der Bundesligamatte nicht helfen. Beim Topfavoriten TuS Adelhausen stellte er sich in den Dienst der Mannschaft, musste sich da aber noch der taktischen Raffinesse eines international und vor allem kampferprobten Routiniers, wie es Konstantin Schneider mit seinen 38 Jahren mittlerweile ist, beugen. Aber nicht geschlagen geben, denn Kudla zog sich blendend aus der Affäre, ließ keine technische Wertung zu. „Er hat gebolzt in den letzten Wochen, war eine Woche nach seinem Beinbruch schon wieder im Training und ist für uns ein wichtiger Motivator“, sagt Trainer Markus Scherer immer wieder. Er ist stolz auf den jungen Sportler, der trotz seiner Jugend auch international soviel erreicht hat. „Bei ihm trifft es zu: Auch Verlierer können Sieger sein“, sagte Scherer am Samstagabend. Er sieht Kudla schon jetzt wieder auf einem guten Weg. „Das Training ist top, ihm fehlt jetzt noch etwas die Wettkampfpraxis, dann ist er wieder der Alte“, schwärmt Scherer von der sportlichen Einstellung seines Schützlings.

 

Vorbericht

Denis Kudla gibt sein Liga-Debüt

Ringen Erste Bundesliga Heute Samstag 19.30 Uhr beim TuS Adelhausen

Schifferstadt (kc). Darauf haben die Fans des VfK 07 lange warten müssen. Denis Kudla gibt in der Ersten Ringer-Bundesliga sein Debut in dieser Saison, die für ihn mit dem Wadenbeinbruch in der Vorbereitung so schmerzlich begonnen hatte. „Wenn er dabei gewesen wäre, hätten wir schon in Aalen was geholt“, erinnerte Freistil-Trainer Erol Bayram an die knappe Auftaktniederlage beim alten Rivalen in der Ost¬alb.

Beim haushohen Favoriten TuS Adelhausen, der mit viel Vorschusslorbeeren und einem hohen Ziel in die Saison gestartet ist, trifft Kudla auf einen erfahrenen, ausgebufften Ringer, der ihm sicherlich das Leben schwer machen wird. Konstantin Schneider ist auch auf Schifferstadter Matte kein Unbekannter, hat das VfK-Trikot selbst erfolgreich getragen, will aber nochmals zeigen, dass er trotz seiner 38 Lenze längst nicht zum „alten Eisen“ gehört. „Denis brennt, er strotzt momentan vor Kraft und er ist voller Tatendrang“, weiß Trainer Markus Scherer, der mit Kudlas Einsatz plant, „sofern nichts mehr dazwischen kommt“.

Zehn Wochen Krafttraining stecken in dem Energiebündel, der auch als Motivator der Mannschaft diente. „Es ging schon ein Ruck durch die Mannschaft, als klar wurde, dass mit einem Einsatz zu rechnen ist, für uns ist das schon ein gang, ganz wichtiger positiver Effekt“, freute sich Scherer über die personelle Bereicherung seiner Staffel. Allerdings relativierte er: „Das bringt uns aber trotz allem nicht von der Außenseiterrolle weg“, weiß Scherer sehr wohl die Machtverhältnisse heute Abend in der Dinkelberghalle einzuschätzen. „So wie bei uns der Einsatz von Kudla motivierend ist, so gibt bei Adelhausen der frischgebackene Weltmeister Ivo Angelov der Staffel einen mächigen Schub“, sagte Scherer, der die Gastgeber jedoch auch ohne den frischgekürten Titelträger klar in der Favoritenrolle sieht.

„Sie wollen ins Viertelfinale plus X“, erklärte der VfK-Coach und so erwartet er auch ganz starke Gastgeber. „Bei denen ist Oktoberfest, da geht es rund, da wird gefeiert und da sie in dieser Saison erstmals in heimischer Halle ringen, geht da erst recht gegen einen Traditionsverein die Post ab.“

Seine Mannschaft selbst sieht Scherer aber dennoch gut aufgestellt, sie hat nichts zu verlieren. Eines gaben die Trainer dennoch als Ziel aus: „Wir wollen uns nicht abschlachten lassen“, erwarten sie von ihrer Staffel schon eine starke Gegenwehr gegen den Topfavoriten. Zwei bis drei Einzelsiege sollen eingefahren werden, wobei zum Auftakt Anatoli Burian gegen Neuzugang Marc Luithle knapp vorne zu sehen sein könnte. Trifft Stefan Ivanov auf Manuel Wolfer, könnte für den VfKler was rausspringen, muss er sich mit Ivan Guidea auseinandersetzen, sinken die Chancen merklich. Miroslav Kirov gegen Gergö Wöller könnte am Ende knapp die Nase vorn haben, Scherer erwartet auch Denis Kudla gegen Kosta Schneider knapp vorne. Ansonsten dominieren die Gastgeber sicher. „Man muss aber abwarten, wie Adelhausen stellt, sie haben einige Möglichkeiten.“

Erfreulich auf VfK-Seite, dass Aydin Selimoglu mitmischt. „Es ist toll, wenn man sich mit Weltklasseleuten messen kann. Aydin ist super drauf im Training, er arbeitet hart und soll deshalb einmal Wettkampflust schnuppern“, sagte Freistil-Trainer Erol Bayram, der gegen Gabor Hatos keinen Sieg von seinem Schützling erwartet, aber eine gute Präsentation. „Er ist konditionell gut drauf und wenn er es noch schafft, auf der Matte nicht so viel zu denken sondern mehr instinktiv zu ringen, dann kann er schon was zeigen“, meinte Bayram.

Nicht mit dabei ist Taymuraz Friev. „Er darf seinen Erfolg bei der Weltmeisterschaft auskosten“, erklärte Markus Scherer. Friev wurde bei den Titelkämpfen Fünfter. „Er hat auf höchstem Niveau gerungen, verpasste den dritten Platz äußerst knapp, und er ist schon jetzt auf Grund seiner Leistung in den Fokus anderer Vereine gerückt. Da ist schon auch eine Bestätigung für uns, dass wir uns mit ihm richtig entschieden haben“, freute sich Scherer über den Erfolg.

VfK II auswärts

Die dritte Auswärtsfahrt nacheinander bestreiten die Ringer des Oberliga-Teams. Heute gastieren sie bei Hüttigweiler/Schiffweiler und bestreiten da den Vorkampf vor dem Zweitliga-Treffen. „Es ist auf alle Fälle was zu holen“, verdeutlichten die Trainer, da der letzte Erfolg der Mannschaft doch Auftrieb gegeben habe.

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