Ringerherz was willst Du mehr?

Festtagsstimmung in der Wilfried Dietrich Halle: In einem Derby, das im Vorfeld vieles versprach und letztlich noch mehr hielt, gewannen unsere VfKler gegen den KSV Schriesheim mit 22:15. Zur Halbzeit lagen die Schützlinge um das Trainerduo Markus Scherer und Erol Bayram noch 6:12 zurück.

„Ein Klassekampf. Wir haben durch eine bärenstarke zweite Halbzeit einen verloren geglaubten Kampf noch gedreht“ strahlte Freistil-Coach Erol Bayram nach der Aufholjagd mit Happy End. „Gewonnen haben heute vor allem die Zuschauer“ bemerkte Schriesheims Trainer Stefan Kehrer nach dem Mattenspektakel und ergänzte „Schifferstadt hat verdient gewonnen“.

Der Auftakt in der mit 800 Zuschauern gefüllten Wilfried Dietrich Halle verlief aus VfK-Sicht indes alles andere als planmäßig. Marvin Scherer war im Duell gegen den schwedischen Meister Per Emil Sundberg als „knapper Sieger“ einkalkuliert. Und der VfKler schien auf der Siegerstraße, führte nach einem schönen Ausheber mit 3:0 Punkten. Doch dann der Schock. Ein klitzekleiner Moment der Unachtsamkeit wurde Marvin zum Verhängnis, Sundberg nutzte die Chance zu einem Kopf-Hüftzug – entscheidend.
Im zweiten Duell des Abends traf Mamuka Kordzaia auf Schriesheims Trainer Stefan Kehrer. 2:0 führte der Gästeringer, Olympiastarter von Peking, dann noch einmal 3:2. Kordzaia, satte 17 Kilogramm leichter, versuchte alles, aber das Abwehrbollwerk Kehrers schien zu halten. Schien – denn 20 Sekunden vor Kampfende kam der aufopferungsvoll kämpfende VfKler doch durch, Kordzaia hob das Schriesheimer Kraftpaket (113 Kilogramm) aus und schaffte mit dieser spektakulären Dreierwertung den 5:3 Triumph. Gänsehautstimmung als der  22jährige Georgier seiner Freude freien Lauf lies.

Den zweiten VfK-Sieg feierte anschließend Anatoli Buruian, der innerhalb einer Woche auf die Ewald-Zwillinge traf. Dem 9:0 über Weingartens Marcel lies der bärenstarke 22jährige Moldavier nun ein 12:2 gegen Christoph Ewald folgen. „Ich fühle mich sehr wohl beim VfK, die erste Liga mach sehr viel Spaß“ erklärte der Freistilspezialist, der in seiner dritten Saison in Schifferstadt ringt.

Schriesheim schlug zurück. Oldie Kai Dittrich gewann mit 3:1 gegen den 20 Jahre jüngeren Etka Sever und Wladimir Behrenhardt, der gegen Georgian Carpen lange mithalten konnte, nur 0:2 zurück lag, wurde am Ende doch noch deklassiert und verlor 0:14. Schriesheim führte zur Pause mit 12:6.

„Wir brauchen jetzt einen Lauf, die 84er müssen jeweils vier Punkte holen“ rechnete Coach Erol Bayram zur Pause hoch.
Den Auftakt zur VfK-Ringergala im zweiten Abschnitt machte dann eben einer der 84er. Taymuraz Friev, der Spanier, traf auf Markus Plodek, immerhin amtierender Deutscher Meister. Der Schriesheim wehrte sich lange, am Ende aber vergebens. Frievs 13:0 bedeutete die erhoffte Vier in der Mannschaftswertung.

Es folgte der Schlüsselkampf. Einen knappen Sieg – wenn es gut läuft – hatten die Trainer von Stefan Ivanov gegen Timur Seidel erhofft. Und es lief sehr gut für den 21jährigen bulgarischen Vizemeister im VfK-Dreß. Ivanov punktete seinen Kontrahenten stetig aus, führte zur Pause 8:2 als man im VfK-Lager sogar die Chance auf eine weitere „Vier“ sah. „Gib alles, mach weiter Druck“ war dann auch die Zielvorgabe für die zweiten drei Kampfminuten. Und Ivanov machte Druck – und feierte nach 5.35 Minuten einen sehenswerten 13:2 Sieg – die Vfkler gingen damit zum ersten Mal in Führung (14:12).

Und die Gala ging weiter. Denis Kudla, das 18jährige Ausnahmetalent legte sich Schriesheims Ungarn Attila Tamas immer wieder zurecht, zog unter anderem drei Dreiwertungen bei seinem 11:0 Überlegenheitssieg. Der Euphorie bei den VfK-Fans tat auch die einkalkulierte Niederlage von Daniel Rutkowski gegen  Ionel Puscascu keinen Abbruch, denn den Schlußpunkt setzte wiedr ein Ringer im roten VfK-Dress.

Miroslav Kirov traf im letzten Kampf des Abends bei einer 18:15 Führung auf Nicolae Cojocaru. Spektakulär das Kampende: Zu Beginn der zweiten Halbzeit startete Kirov bei eigener 6:0 Führung eine Serie von Beinschrauben, die erst beim 12:0 Überlegenheitssieg ihr Ende fand. Jetzt stand die Wilfried Dietrich Halle endgültig Kopf.

Bereits am Sonntag sind die VfKler wieder im Einsatz. Gegen den SV Triberg soll gemeinsam mit den Fans ein gelungener Saisonabschluss gefeiert werden.

 

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Heimmannschaft
Gastmannschaft
VfK Schifferstadt           22 KSV Schriesheim           15
Wettkampfstätte   Wilfried Dietrich Halle, Am Sportzentrum, 67105 Schifferstadt
Kampfrichter:  Michael Faller
Stilart Gewicht Name Name Punkte Wertung Zeit
Gr.-röm. 55 Marvin SCHERER Per Emil SUNDBERG 0:4 SS 3:4 02:36
Freistil 60 Anatoli BURUIAN Christoph EWALD 3:1 PS 12:2 06:00
Gr.-röm. 66A Wladimir BERENHARDT Georgian CARPEN 0:4 TÜ 0:14 04:55
Freistil 66B Stefan IVANOV Timur SEIDEL 4:0 13:2 05:34
Gr.-röm. 74A Daniel  RUTKOWSKI Ionol PUSCASCU 0:3 PS 0:10 06:00
Freistil 74B Miroslav KIROV Nicolae COJOCARU 4:0 12:0 03:49
Gr.-röm. 84A Denis KUDLA Attila TAMAS 4:0 11:0 05:40
Freistil 84B Taymuraz FRIEV Marcus PLODEK 4:0 13:0 05:44
Gr.-röm. 96 Etka  SEVER Kai DITTRICH 1:2 PS 1:3 06:00
Freistil 120 Mamuka KOROZAIA Stefan KEHRER 2:1 PS 5:3 06:00

Tabelle

Platz Mannschaft Anz.K. Plus : Minus Differenz   + : ?
1 ASV Nendingen 13 308 : 141 167   24 : 2  
2 SV G Weingarten 13 294 : 152 142   24 : 2  
3 TuS Adelhausen 13 251 : 196 55   16 : 10  
4 SV Triberg 12 197 : 193   4   14 : 10  
5 VfK Schifferstadt 13 209 : 226 -17   10 : 16  
6 KSV Aalen 05 13 187 : 255 -68   8 : 18  
7 KSV Schriesheim 13 174 : 276 -102   6 : 20  
8 SV W. Burghausen 12 121 : 302 -181   0 : 24  

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