ABSCHIED, ABER NICHT FÜR IMMER

DIE RHEINPFALZ – NR. 257 v. Dienstag, 7. November 2017

RINGEN: Nach dem Stilartwechsel zur Rückrunde verlassen Iakobi Kajaia und Lasha Talakhadze den VfK 07 Schifferstadt. Spätestens zu den beiden Finalkämpfen wollen sie wieder zurückkehren. Durch ein 12:6 gegen Weingarten übernimmt der VfK 07 die Tabellenführung.

Schifferstadt. November. Herbst. Zeit des Abschieds. Auch derzeit beim VfK 07 Schifferstadt. Vier Gewichtsklassen, jene über 66, 75, 86 und 98 Kilogramm, werden in den zehn Duellen innerhalb eines Mannschaftskampfes bei der deutschen Ringerliga doppelt besetzt; einmal im griechisch-römischen Stil und einmal im Freistil. Nicht aber in der leichtesten (59 kg) und schwersten (130 kg). Dort gibt es einen Stilartwechsel nach der Vorrunde. Und die ist für den VfK nach dem nächsten Auswärtskampf am Samstag beim KAV Eisleben beendet. Das Duell eine Woche später in Ispringen gehört dann schon zur Rückrunde. Das heißt für die VfK-Fans, Abschied nehmen von Iakobi Kajaia (24), dem „Koloss von Tiflis“, der in den wenigen Wochen in der Pfalz schon zu einem Publikumsliebling wurde. Am Samstagabend beim 12:6-Erfolg gegen Germania Weingarten schickte er immerhin einen Johann Euren mit einem 8:0-Punktsieg zurück nach Nordbaden. Im Hinkampf gewann der Griechisch-römisch-Mann mit 9:0, gestattete somit in insgesamt zwölf Minuten Kampfzeit dem Schweden, immerhin Olympiadritter 2012 in London, keinen einzigen Punkt. Hut ab. „Super Training, super Bedingungen hier“, ließ der Georgier per Übersetzer Emzarios Bentinidis wissen.“Und spätestens zum Finale komme ich wieder.“ Im Moment sieht es gut aus, dass der VfK 07 in der neu geschaffenen Deutschen Ringerliga dieses Finale, das am 27. Januar und 3. Februar in Hin- und Rückkampf ausgetragen wird, auch erreicht. Die ersten beiden Teams in der Fünferliga stehen sich dann gegenüber. Wahrscheinlich kommt für Greco-Koloss Kajaia, der erstmal ins Trainingslager der georgischen Nationalmannschaft zurückkehrt, für die Rückrunde ein ähnlich starker Georgier als Freistilspezialist in die Rettichstadt. Die Fans dürfen sich freuen. Talakhadze fliegt gemeinsam mit Kajaia zurück in den Kaukasus. Wer dann die 59-kg-griechisch-römisch-Klasse beim VfK besetzt, man darf gespannt sein. Apropos Talakhadze. Der 25-Jährige 2010 und 2012 Junioren-Vize-Weltmeister, gab am Samstag gleich die Richtung vor. Auch was an diesem Abend die Spannung, Qualität und Klasse der Kämpfe betraf. Gegen den Rumänen Alexandru Chirtoaca landete Talakhadze einen hauchdünnen, aber sehr wichtigen 4:3-Punktsieg und brachte den VfK auf die Siegerstraße, in der der amtierende deutsche Meister aus Weingarten dem VfK bis zum Ende hinterher lief. 2:0 führte Talakhadze früh, kassierte dann durch einen Konter das 2:2, lag somit zurück, erhöhte bis zur Pause auf 4:2 und brachte schließlich ein 4:3 über die Runden. Spannung pur. Das Glanzlicht setzte im dritten Kampf Levani Kavjaradze, Junioren-Vize-Europameister 2016, der gegen Maxim Mamulat nach drei Viererwertungen schnell 0:12 zurücklag, Ruhe bewahrte und am Ende noch mit 13:12 gewann. „Ich bin sehr zufrieden“, gestand später VfK-Trainer Markus Scherer. „Bude voll, Stimmung gut.“ Und auch Markus Scherer sah das Kavjaradze-Mamulat-Duell als Schlüsselkampf.

Schifferstadt gegen Weingarten: Nach dem Rückzug des KSV Schriesheim aus den oberen Ligen ist es derzeit das einzige große pfälzisch-nordbadische Derby im Ringen. Im Hinkampf, zugleich Saisonauftakt, siegte der VfK überraschend hoch mit 18:3. Allerdings: Auch hier endeten viele Kämpfe sehr knapp. Weingarten wollte am Samstag unbedingt Revanche, hatte drei frische Russen im Aufgebot und kam mit gewohnt lautstarker Unterstützung. Es half nichts. Die zwei Punkte, sie blieben in der Wilfried-Dietrich-Halle.

Von Norbert Schick

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