Aus dem Schifferstadter Tageblatt – von Kurt Claus

Spannung steigt: „Die Liga muss sich bewähren“

Deutsche Ringer-Liga vor Saison-Start/Wermutstropfen beim VFK

Schifferstadt (kc). Am 30. September startet der VfK ein neues Abenteuer. Der erste Bundesligakampf der Deutschen Ringer-Liga (DRL) steht beim amtierenden Deutschen Meister SV Germania Weingarten auf dem Programm. „Wir haben den Anspruch aus der Profiliga die stärkste Liga der Welt zu machen“, sagte Markus Scherer, der mit dem Freistiltrainer Erol Bayram einen Kader zusammenstellte, der diese Forderung in die Tat umsetzen soll.

Der VfK weiß, dass er mit dem Rücken zur Wand steht. „Für uns ist der Umstand doppelt unglücklich, denn wir haben unsere Identifikationsfiguren verloren“, sagte Scherer angesichts der Drohungen des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), dass Sportler, die in der „wilden“ Liga der DRL auf die Matte gehen, für sämtliche internationale Einsätze gesperrt werden. So verlor der VfK mit den Eigengewächsen Denis Kudla und Etka Sever international erfolgreiche Aushängeschilder, mit den Spaniern Levan Metreveli und Taymuraz Friev, dem Bulgaren Miroslav Kirov, dem überragend ringenden Ungarn Zoltan Levai, Ringer der Sonderklasse, mit Marvin Scherer einen altgedienten VfK’ler und mit Horst Lehr aus der eigenen Talentschmiede ein hoffnungsvolles Talent.

„Von allen Mannschaften, die in der DRL ringen, hatten wir den größten Aderlass“, bestätigte Scherer im Tageblatt-Gespräch. „Doch wir haben eine Staffel zusammen, die sportlich und menschlich zu uns passt und die auch gespickt ist mit internationalen Medaillengewinnern“, erläuterte er und da hat er nicht zu viel versprochen.

Freistiler Tariel Gaphrindashvili (Georgien) ist 3. Junioren-Weltmeister 2016, Greco-Spezialist Lasha Gobadze (Georgien) ist U23-Em-Sieger und Dritter der U23-WM 2016, Levani Kavjaradze (Georgien) ist Vize-Junioren-Europameister, ebenso wie Baris Kaya (Türkei). Mustafa Kaya (Türkei) wurde Dritter bei der EM 2015 hinter Frank Chamizo. Georgi Melia (Georgien) ist ebenso Vize-Junioren-Europameister wie Landsmann Irakli Mtsituri. Junioren-Europameister ist Lasha Talakhaszde (Georgien) sowie jeweils Zweiter bei der WM 2010 und 2012 und mit Silber und Bronze geschmückt bei der Olympiade 2012 sowie bei Weltmeister- und Europameisterschaften ist Manukhar Tskhadaia, der die Georgier-Fraktion vervollständigt.

Im Kader stehen neben Shmagi Bolkvadze noch Ralf Böhringer, Frank Chamizo, Patry Dublinowski, Mamuka Kordzaia, Daniel Ligeti, Ilyas Özdemir, Maxim Perpelita, Thomasz Swierk, Nugsari Tsursumia, Mateusz Wank, Fatih Yasarli und Riza Yildirim. „Unser Kader ist wirklich vielversprechend, aber die anderen haben auch nicht geschlafen“, sagte Scherer. „Je interessanter sich die DRL präsentiert, umso mehr wird das Ansehen steigen“, weiß Scherer, dass sie schon mit Druck von Außen umgehen müssen.

Natürlich beobachtet er die Bundesliga beim DRB, auch vor Ort wie zuletzt in Nackenheim. In der Rheinland-Pfalz-Liga haben wir gegen Nackenheim 40:0 gewonnen, weil sie die Deutsch-Quote nicht erfüllen konnten, jetzt ringen sie Bundesliga und müssen sechs deutsche Sportler aufbieten“, erklärt Scherer, der auch von einer Zweiklassengesellschaft in der DRB-Liga spricht mit einer Chancenungleichheit. „Die Mannschaften sind oben, die sich finanziell die stärksten Deutschen erlauben können.“ Andere müssten den Kader mit Oberliga-Ringern ergänzen. „Der Ringsport ist in der Ecke angekommen, das war aber erkennbar, voraussehbar“, sieht er seinen Sport in einer schwierigen Phase.

Für den VFK gab es nach der letzten Saison zwei Möglichkeiten. „Die Bundesliga beim DRB war für uns finanziell nicht mehr möglich durch die Erhöhung der Deutschquote auf sechs Sportler, die saftigen und nicht nachvollziehbaren Gebühren und die finanziellen Forderungen der Sportler. Da gab es für uns die Alternativen, in der Oberliga zu ringen ohne unseren deutschen Topstars oder in der Bundesliga der DRL ohne sie. Wir haben uns für die DRL entschieden, denn in der Oberliga hätte es bei fünf Mannschaften vier Heimkämpfe gegeben und bei einer Meisterschaft wäre der Sprung in die Bundesliga des DRB gekommen. Wir hatten keine andere Option“, erklärte Scherer. Der VfK hätte sich für den Weg entschieden, der gangbar war. „Denn ein Dilemma wie 2007 wollten wir nicht wieder erleben.“

Werbung in eigener Sache muss der VfK jetzt betreiben und dabei nicht nur den Fanclub mit ins Boot holen, sondern auch das kompetente Publikum, das all die Jahre alles mitgemacht habe. „Die Nähe zum Publikum muss hergestellt werden und wir müssen sportlich überzeugen“, sieht Scherer durchaus eine Möglichkeit mit der Mannschaft in der DRL zu begeistern. Auch er weiß: Aller Anfang ist schwer.

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