Die große Sehnsucht nach dem Titel

Spannung vor Final-Hinkampf steigt

25.02.2005. Der VfK Schifferstadt holt sich im Final-Rückkampf nach einem deutlichen Sieg über den 1.Luckenwalder SC seine insgesamt zehnte Mannschaftsmeisterschaft und macht mit dem dritten Triumph in Serie das erste Triple der Vereinsgeschichte perfekt.
Der bis dato letzte große Titel für die erfolgsverwöhnten Rettichstädter.
Exakt 13 Jahre musste der VfK nun seither ohne vergleichbaren Erfolg überbrücken und kämpft nach Jahren der Tränen und Enttäuschung, des Neuaufbaus sowie Zeiten im tristen Bundesliga-Mittelmaß, endlich wieder um den größten Titel im deutschen Mannschaftsringen.
Im Finale der Deutschen Ringerliga treffen die Schifferstadter am kommenden Samstag, 19.30 Uhr, Bertha-Benz-Halle in Pforzheim, auf den letztjährigen Vize-Meister KSV Ispringen. Beide Teams ließen in der abgelaufenen Hauptrunde unter anderem die beiden Schwergewichte des Deutschen Ringsports, den ASV Nendingen sowie den SV Germania Weingarten, welche in den letzten sieben Jahren jeweils drei Meisterschaften feiern durften, hinter sich und konnten frühzeitig ihre Finaltickets buchen.
Bereits drei Mal trafen die Finalkontrahenten in der laufenden Saison aufeinander, wobei jedes der drei Duelle von außerordentlich hoher Qualität sowie enormer Spannung geprägt war und bei den Zuschauern immer wieder für Ekstase sorgte. Die VfK’ler behielten im Hinkampf noch mit 11:10 die Oberhand, während sich die Ispringer in heimischer Halle mit dem gleichen Endergebnis revanchierten. Das dritte Aufeinandertreffen, welches lediglich drei Wochen zurückliegt, entschied hingegen erneut der VfK für sich, was allerdings keineswegs auf eine mögliche Favoritenstellung hinweist.
Dennoch möchten sich die Schifferstadter, gerade im Hinblick auf den Rückkampf  vor eigenem Publikum, eine ordentliche Ausgangsposition verschaffen und gehen voll auf Sieg. Dabei zählt der VfK wie gewohnt auf seine lautstarken Anhänger, die mit mehreren Fan-Bussen nach Pforzheim reisen werden, um mit ihrer Mannschaft den ersten Schritt in Richtung Titel zu gehen.

Mögliche Einzelduelle in der Vorschau:

59 kg Freistil: Ex-VfK-ler und damaliger Aufstiegsheld Anatolii Buruian dürfte hier auf den Schifferstadter Lasha Talakhaszde treffen. Den Vorkampf bestimmte der KSV-Athlet, der deshalb wiederholt die Favoritenrolle innehaben sollte.

66 kg Freistil: Im Leichtgewicht wird es vermutlich erneut zum Duell zwischen den beiden moldawischen Landsleuten Maxim Sacultan und Maxim Perpelita kommen. Perpelita verlor beide Aufeinandertreffen hauchdünn und sinnt auf Revanche.

66 kg Griechisch-Römisch: Während KSV-Coach Alexander Leipold in dieser Klasse wohl den erfahrenen Ex-Europameister sowie Olympia-Bronzemedaillengewinner von Peking, Roman Amoyan, aufbieten wird, dürfte VfK-Trainer Markus Scherer weiterhin auf Punktegarant Levani Kavjaradze setzen, der den Armenier bereits zwei Mal bezwingen konnte.

75 kg Freistil: Die Königsposition im Ispringer Star-Ensemble. Sowohl Israil Kasumov, als auch David Tlshadze besitzen Weltklasse-Format und werden für VfK’ler Tariel Gaphrindashvili nur schwer zu bezwingen sein, der eine Niederlage in Grenzen halten muss.

75 kg Griechisch-Römisch: Seinen vierten Versuch wird Manukhar Tskhadaia unternehmen, um Igor Besleaga nach drei 1:0-Niederlagen endlich zu bezwingen und hat somit noch eine Scharte auszuwetzen.

86 kg Freistil: Die Schifferstadter Überraschung der bisherigen Saison heißt zweifelsohne Patryk Dublinowski. Auch gegen die beiden bisherigen Gegner auf Ispringer Seite, David Tlshadze und Carsten Kopp, siegte der Deutsch-Pole deutlich, was ihm die Favoritenrolle einbringt.

86 kg Griechisch-Römisch: Lasha Gobadze, Ilyas Özdemir oder Zurabi Datunashvili? Diese drei Optionen hat VfK-Trainer Markus Scherer im Hinblick auf seine Aufstellung und damit die Qual der Wahl. Mit Neven Zugaj wartet allerdings ein harter Brocken.

98 kg Freistil: Auf Ispringer Seite sollte der erfahrene Yuri Belonowski gesetzt sein, während Freistil-Coach Erol Bayram wohl erst kurzfristig entscheiden wird, ob er Mamuka Kordzaia oder Irakli Mtsituri ins Rennen schickt. Kordzaia verlor die beiden bisherigen Duelle gegen den starken Russen denkbar knapp, was auch im Finalkampf durchaus hinnehmbar wäre.

98 kg Griechisch-Römisch: In den beiden oberen Greco-Gewichtsklassen muss der VfK die eingeplanten Zähler einfahren, möchte man als Sieger die Heimreise antreten. Publikumsliebling Georgi Melia trifft dabei im Halbschwergewicht auf Ardo Arusaar, den er in allen vorherigen Begegnungen beherrschte.

130 kg Griechisch-Römisch: Freuen dürfen sich die VfK-Fans auf einen der spektakulärsten Schwergewichtler, den man im Deutschen Mannschaftsringen die letzten Jahre erleben durfte, die „Punktemaschine“ Iakobi Kajaia. Dieser wird vermutlich auf Landsmann Beka Kandelaki treffen, welchen er vor wenigen Wochen bei den georgischen Meisterschaften noch schulterte. Allerdings könnten die Ispringer hier auch Nachwuchshoffnung Etienne Wyrich einsetzen, der bisher eine beachtliche Saison ringt.

Es bleibt zu hoffen, dass beide Teams ihre Top-Zehn auf die Matte bekommen, sodass den Zuschauern ein dem Anlass entsprechendes Spektakel geboten werden kann, denn es geht um nichts Geringeres als den Titel in der besten Liga der Welt, der Deutschen Ringerliga.

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