Spektakulärer Kampfabend beschert VfK Heimsieg

Schifferstadt verteidigt Tabellenführung

Was dem Zuschauer am Samstagabend in der altehrwürdigen Wilfried-Dietrich-Halle geboten wurde, war Ringsport der Extraklasse. Der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister SV Germania Weingarten war zu Gast und duellierte sich mit der VfK-Staffel auf allerhöchstem Niveau. Dabei glänzte auf Schifferstadter Seite einmal mehr die georgische Fraktion um Levani Kavjaradze, der die Halle mit einer sensationellen Aufholjagd zum Beben brachte und den Weg zum Gesamtsieg ebnete.

Den Auftakt der zehn hart umkämpften, an Spannung kaum zu überbietenden, Einzelduelle, machten die Freistiler Lasha Talakhadze und Ur-Germane Alexandru Chirtoaca in der untersten Gewichtsklasse bis 59 Kg. Ähnlich wie im Hinkampf punktete zunächst der Schifferstatder, während der ausdauernde Chirtoaca, welcher mit fortschreitender Kampfdauer immer besser in die Begegnung fand, verkürzte. Doch Talakhadze brachte den knappen 4:3-Vorsprung über die Zeit und konnte sich nach zuletzt zwei Niederlagen wieder rehabilitieren.

Dass auch Schwergewichtskämpfe echte Leckerbissen sein können, dafür sorgte auf Schifferstadter Seite wieder einmal der erfolgshungrige Iakobi Kajaia, der sich im Anschluss gegen den Bronzemedaillengewinner der Olymischen Spiele von London, Johann Euren, mit 8:0 durchsetzte und drei wichtige Mannschaftspunkte für den VfK einfuhr.

Was Maxim Mamulat und besagter Levani Kavjaradze dann im Folgekampf ablieferten, sieht der neutrale Ringerfan in dieser Dimension wohl nur ganz ganz selten. SVG-Athlet Maxim Mamulat legte los wie die Feuerwehr, ging mit einem Grifffestival schnell 12:0 in Führung und hatte den VfK’ler am Rande einer vorzeitigen technischen Überlegenheit. Kavjaradze, der den Moldawen im Vorkampf noch überraschend schulterte, hielt es nun mit dem Mythos des angeschlagenen Boxers und verkürzte bereits vor dem Pausenpfiff mit etlichen sagenhaften Aktionen, innerhalb kürzester Zeit, auf 10:12. Wie zu alten Meistertagen stand die Halle nun Kopf. Ekstase machte sich breit und das Publikum taute gar auf zu einer Hochburg der Emotionen. Angetrieben von den Massen wehrte sich der Georgier nach der Pause gegen den jetzt wiedererstarkten Mamulat und schien seinem Aufwand Tribut zollen zu müssen. Doch trotz schwindender Kräfte fasste sich der 21-jährige Vize-Junioreneuropameister nochmal ein Herz, ging voll auf Sieg und belohnte sich letztlich durch drei weitere Punkte mit dem 13:12-Punkterfolg, der die Halle in ein Tollhaus verwandelte.

Dass Mamuka Kordzaia und Maxim Perpelita im Anschluss jeweils knapp verloren und je einen Mannschaftspunkt abgeben mussten, tat der Stimmung keinen Abbruch und war nach dem furiosen Start zu verschmerzen.

So ging es mit einer dennoch knappen 5:2-Führung für die Gastgeber in die Halbzeit.
Das Rechnen unter den Ringerexperten ging nun los und alle waren sich einig, es sollte verdammt eng werden. Doch die Rechnung wurde scheinbar ohne Georgi Melia gemacht, der vor dem Kampf noch, durch die Halle hinkend, Rätsel aufgab, aber dann den Weltklasse-Athleten Maksim Safaryan nach einer Vierer-Wertung phänomenal schulterte. Eine unglaubliche Energieleistung, verbunden mit einem unbändigen Siegeswillen des jungen Georgiers, der somit, wie auch Iakobi Kajaia und Levani Kavjaradze, weiter ungeschlagen ist. Somit hieß es nach sechs von zehn Kämpfen 9:2 für die Gastgeber, was bereits die Vorentscheidung bedeutete.

„Wenns läuft, dann läufts“, kommentierte Markus Scherer den folgenden Auftritt sowie die gesamte bisherige Saison des Deutsch-Polen Patryk Dublinowski, der seinen russischen Kontrahenten erneut bezwingen konnte und die Weichen endgültig auf Sieg stellte.

Diesen machte Greco-Weltergewichtler Manukhar Tskhadaia im Duell mit Altstar und Ex-VfK’ler Adam Juretzko, welcher auch im zarten Alter von 46 Jahren immer noch voll im Saft steht, souverän perfekt und erhöhte uneinholbar auf 12:2.

Die letzten beiden Begegnungen fielen nun also nicht mehr ins Gewicht, doch vor allem der Kampf zwischen den beiden Freistilkünstlern Zurabi Erbotsonashvili, welcher sein Debüt für den VfK feierte und Magomed Kadimagomedov, begeisterte die Zuschauer, auch wenn der Weingartener durch seinen 13:8-Erfolg zwei Punkte für die Gäste einheimste. Den Abschluss eines grandiosen Ringsportabends machten die beiden Deutschen Ilyas Özdemir und Jan Fischer. Der VfK’ler hielt gegen den noch ungeschlagenen Ex-Köllerbacher gut mit und gab lediglich zwei Mannschaftspunkte ab. So stand es nach zehn Begegnungen 12:6 für den VfK.

Doch nicht nur die Schifferstadter durften sich an diesem Abend freuen, sondern auch der neutrale Zuseher, welcher ein wahnsinniges Spektakel und Ringsport par excellence geboten bekam. „Der Gewinner des Abends ist die Sportart Ringen“, fasste auch Hallensprecher Andreas Scherer den Abend treffend zusammen.

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