Traum vom Titel lebt

Nachdem der VfK am vergangenen Samstag den ersten kleinen Schritt in Richtung Meisterschaft machen konnte und mit einem 13:11-Auswärtserfolg im Rücken die Heimreise antreten durfte, geht es am morgigen Freitag, 20.30 Uhr, in die zweite Runde. Im entscheidenden Duell um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft erwartet der VfK vor heimischem Publikum den KSV Ispringen, der nach der Vize-Meisterschaft in der letztjährigen Bundesligasaison ebenso nach dem Titel lechzt wie die Schifferstadter, welche bereits seit 13 Jahren auf den größten Triumph im Deutschen Mannschaftsringen warten.

Erster Titel in der hochklassigen DRL

Nach zehn Titeln in der Ringer-Bundesliga kämpft der VfK erstmals im Finale der neu gegründeten Deutschen Ringerliga, welche sich bereits im Debütjahr als weltweit qualitativ hochwertigste Ringerliga etabliert hat. Wie exzellent vor allem die beiden Final-Teams besetzt sind, lässt sich an den Hinkampf-Paarungen eindrucksvoll ablesen. Insgesamt 16 der 20 eingesetzten Akteure sind aktuelle oder ehemalige Medaillengewinner bei EM oder WM im Aktiven- bzw. Juniorenbereich, Roman Amoyan und Manukhar Tskhadaia konnten gar bei Olympischen Spielen Edelmetall einheimsen. Nicht minder exquisit wird es personell auch beim anstehenden Duell zugehen, wo aufgrund des Stilartwechsels beim VfK mit Daniel Ligeti und Nugzari Tsurtsumia zwei weitere Hochkaräter ins Team rutschen dürften. Aber auch auf Ispringer warten mit Georgi Ketoev, Drittplatzierter der Olympischen Spiele in Peking, sowie dem ehemaligen Europameisterschaftsdritten Tonimir Sokol, vermutlich zwei weitere große Namen des internationalen Ringsports.
Somit werden dem neutralen Fan erneut etliche Weltklasse-Kämpfe geboten, welche gerade aufgrund der Unwägbarkeiten, die ein Finalkampf in aller Regel mit sich bringt, enorme Spannung versprechen.

VfK hofft auf Blau-Gelbe Wand

Um die Einzelkämpfe positiv zu beeinflussen, setzt der Verein auf seine treuen und frenetischen Anhänger, die in den letzten Jahrzehnten schon so manche “Schlacht“ mitentschieden haben.
Denn nicht nur Verantwortliche und Ringer sehnen sich nach einer langen, intensiven und kräftezehrenden DRL-Saison nach dem großen Coup, eine ganze Stadt wird am Freitagabend die Blau-Gelben Farben des VfK im Herzen tragen und hinter dem Team stehen. Bereits in Pforzheim war die Unterstützung aller Mitgereisten, besonders des Fanclubs „Abaraade“ phänomenal, worauf das junge Team abermals baut. „Es ist uns gelungen wieder Begeisterung bei den Zuschauern zu entfachen, das spüren die Ringer auf der Matte und wird sie beflügeln“, ist sich Griechisch-Römisch-Trainer Markus Scherer sicher.

Personell alles rausholen

Trotz des Zwei-Punkte-Polsters ist eine Favoritenrolle nur schwerlich zu vergeben. „Es wird keinen Aufstellungs-Poker geben“, verrät der VfK-Coach. „Beide Mannschaften liegen ganz eng beieinander und werden alles aufbieten müssen, was der jeweilige Kader hergibt“, so Scherer weiter. Dies belegen alle vier Begegnungen zwischen den beiden Teams in der laufenden Runde. Maximal drei Punkten trennten die Staffeln in den jeweiligen Aufeinandertreffen, wobei die Ispringer gerade beim Hauptrunden-Rückkampf in eigener Halle unter Beweis stellten, dass deren Rückrunden-Formation nochmals stärker einzuschätzen ist, als die des Vorkampfes. Sollte es den Rettichstädtern zudem wiederholt nicht gelingen, das Loch in der 75 Freistil-Klasse zu schließen, wäre der Gast direkt mit vier Punkten in Front.

Schlüsselkämpfe ausschlaggebend

Somit gilt nicht nur, möglichst viele Einzelkämpfe zu gewinnen, sondern die Niederlagen gleichermaßen in Grenzen zu halten, schließlich könnte in der Endabrechnung bei der engen Ausgangskonstellation jeder Zähler entscheidend sein. Noch bedeutender sind allerdings die offenen Schlüsselkämpfe, welche das Pendel schnell in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen können. Während Levani Kavjaradze und Patryk Dublinowski auf Schifferstadter Seite favorisiert sind, baut Ispringen-Coach Alexander Leipold vor allem auf Roman Amoyan, Yuri Belonowski und Israil Kasumov als Punktegaranten. Georgi Melia, der vergangene Woche seine erste Saisonniederlage hinnehmen musste, Daniel Ligeti, Manukhar Tskhadaia und Maxim Perpelita werden in ihren engen Duellen hingegen umso mehr gefordert sein. Ebenso revanchieren will man sich im klassischen Mittelgewicht, wo Zurabi Datunashvili knapp gegen Neven Zugaj verlor. Hier könnte der VfK allerdings auch auf Lasha Gobadze zurückgreifen, der bei seinem bisher einzigen Auftritt mit einem fulminanten 9:0-Punktsieg gegen den Weingartener Jan Fischer überzeugte.
Wer auch immer seine Farben letztlich auf der Matte vertritt, auf die Fans wartet einmal mehr hochklassiger Ringsport und packende Duelle.

Der VfK ist definitiv bereit, Historisches zu erreichen und freut sich auf ein großes Spektakel vor ausverkauftem Haus im altehrwürdigen Tempel des Deutschen Ringsports, der Wilfried-Dietrich-Halle, in der man die rund 26 Kilogramm schwere Meistertrophäe nur zu gerne in die Luft recken würde.

Die Höhepunkte des Kampfes werden am Folgetag ab 17.30 Uhr im DRL-Magazin auf Sport1 übertragen.

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