VfK-Niederlage mit Störgeräuschen

Neue Saison, alte Sorgen. So lässt sich der Auftakt der Deutschen Ringerliga passend zusammenfassen, obwohl den Zuschauern wie auch im Vorjahr beeindruckender Ringkampfsport geboten wurde. Dennoch sollte das leidige Thema der Sperrandrohungen seitens der Verbände auch vor dem dritten Anlauf der DRL nicht Halt machen, weshalb die Schifferstadter kurzfristig auf den bereits an- und mitgereisten Richard Ligeti verzichten mussten, dem die Freigabe des ungarischen Verbandes noch am Kampftag entzogen wurde. Die Deutsche Ringerliga wird die Sachlage dahingehend selbstverständlich ordnungsgemäß prüfen und dementsprechend gegen die unrechtmäßigen Androhungen vorgehen.
Da die Weingartener zudem keinen zweiten vorgeschrieben deutschen Athleten auf die Waage brachten, führte der VfK bereits vor Kampfbeginn mit 6:0, was beim Zuschauer zusätzlich für Verwunderung sorgte, aber richtigerweise den neu eingeführten Regeln bezüglich der Nichteinhaltung der Deutsch-Quote entspricht.
Nach diesen Negativereignissen im Vorfeld sollte allerdings der Sport im Vordergrund stehen und dieser konnte sich wie gewohnt sehen lassen.
Den Beginn machte Marvin Scherer, Ringer und neuer Teammanager in Personalunion, höchstpersönlich und traf auf SVG-Neuzugang Javier Dumenigo. Gegen den starken Kubaner war allerdings letztlich kein Kraut gewachsen, weshalb der erste Kampf des Abends mit 4:0-Mannschaftspunkten an die Hausherren ging.
Nachdem der türkische Ex-Europameister Fatih Cakiroglu anschließend einen eher zähen Schwergewichtskampf gegen Magomed Nurasulov ebenfalls verlor, war der Vorsprung bereits nach zwei Kampfpaarungen Geschichte und die Germanen glichen zum 6:6 aus. Die Siegringer des VfK sollten jedoch umgehend folgen, verbunden mit großem Spektakel. Zunächst siegte Zelim Abakarov im russischen Duell der Ringervirtuosen gegen Landsmann Abasgadhzi Magomedov aufgrund der letzten Wertung 5:5, ehe Sanal Semenov einen nahezu sicher geglaubten Erfolg zwischenzeitlich aus der Hand gab, um in den Schlusssekunden nochmal aufzudrehen und die Begegnung zu seinen Gunsten zu entscheiden. Dabei sah es bereits frühzeitig so aus, als könnte der Schifferstadter Publikumsliebling seinen Kontrahenten Donior Islamov erneut auf die Schultern befördern, doch anders als noch im Halbfinale der vergangenen Saison, konnte sich der Ex-Nendinger soeben noch aus der heiklen Situation lösen. So war es anschließend Islamov, welcher den sichtlich gezeichneten Semenov durch den Ring jagte, bis der Russe seine Schlussoffensive startete und einen Geistesblitz zum 6:4 Endstand nutzte. Der VfK baute seinen eingebüßten Vorsprung nun also wieder aus und Jawid Hamzatau legte vor der Pause nochmal nach. Erstmals präsentierte sich Daniel Gregorich im Dress der Weingartener und stellte den Schifferstadter trotz seines Gewichtsnachteils vor einige Probleme. Mit forscher Ringweise ging der Kubaner fast sechs Minuten im Vorwärtsgang, doch Hamzatau konterte zwei Mal im Stile eines Weltklasseathleten und sicherte sich damit einen knappen, aber verdienten Sieg. 9:6 hieß es also aus Sicht der Gäste zur Pause, ein Sieg schien aber bereits zu diesem Zeitpunkt nur wenig wahrscheinlich.
Dies lag zum einen daran, dass das Ergebnis der unbesetzten Gewichtsklasse Ligetis direkt nach der Pause mit 0:4-Punkten hinzuaddiert wurde, zum anderen jedoch an der Ansammlung von Spitzenringern auf SVG-Seite. Murshid Mutalimov bot gegen den kubanischen Topathleten Alejandro Valdes zwar eine überzeugende Leistung und hatte den mehrfachen WM-Medaillengewinner sogar am Rande einer Niederlage, doch Valdes setzte sich mit seiner ganzen Routine letztlich knapp durch. Auch Rückkehrer Ilyas Özdemir hielt im anschließenden Deutsch-Deutschen Duell mit Jan Fischer nach fast zwei Jahren ohne Kampfpraxis stark dagegen, musste sich aber ebenfalls geschlagen geben. Selbiges konnte man auf den folgenden Kampf projizieren, in dem der kurzfristig nachgemeldete Yuri Denisov auf den aktuellen WM-Fünften Karapet Chalyan traf. Gegen den körperlich überlegenen Armenen bot der VfK’ler eine starke Abwehrleistung am Boden, konnte dem Favoriten im Standkampf allerdings wenig entgegensetzen. So war der Gesamtkampf bereits vor der Schlussbegegnung entschieden, welcher allerdings nochmals eine gehörige Überraschung bereithielt. VfK-Neuzugang Akhmed Shokumov beherrschte seinen russischen Landsmann Magomed Kadimagomedov über die gesamte Kampfzeit, dennoch führte zunächst der ausgefuchste Weingartener Konterspezialist. Der Schifferstadter kam jedoch sehenswert zurück, siegte gegen den favorisierten Germanen letztlich verdient mit 6:3 und konnte damit nochmal Ergebniskosmetik betreiben. An der Auftakt-Schlappe sollte dies allerdings nichts mehr ändern, dennoch sahen die Zuschauer insgesamt einen hochklassigen Kampf, der den VfK’lern zudem Hoffnung auf einen Heimerfolg beim nächsten Duell am kommenden Donnerstag, 18 Uhr, geben darf, wenn der KAV Eisleben in der Wilfried-Dietrich-Halle gastiert.

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