VfK steht mit einem Bein im Finale

Schifferstadter Athleten setzen Ausrufezeichen

„Wir haben mit einer Niederlage gerechnet, aber dass es so deutlich wird, war wirklich nicht vorherzusehen“, äußerste sich ASV-Vorstand Markus Scheu, nach dem 21:5 des VfK 07 Schifferstadt über den ASV Nendingen im Halbfinal-Hinkampf. Diese Meinung hatte der DRL-Geschäftsführer in Personalunion defintiv nicht exklusiv, denn auch VfK-Greco-Trainer Markus Scherer zeigte sich überrascht, ob des deutlichen Endergebnisses. „Nach dem Wiegen wussten wir natürlich, dass wir die Favoritenrolle innehaben, wenngleich wir mit einem Vorsprung von 5-6 Punkten überaus glücklich gewesen wären. Dass es letztlich 16 Punkte Differenz wurden, ist natürlich Wahnsinn“, freute sich das VfK-Urgestein.
Die Vorzeichen waren aus VfK-Sicht in puncto Kaderzusammenstellung allerdings keineswegs rosig. Aufgrund der anstehenden georgischen Meisterschaften mussten die Schifferstadter auf Zurabi Erbotsonashvili und Ramaz Zoidze verzichten. Da sich auch Vasyl Mikhailov innerhalb der Trainingswoche verletzte, war beim Trainerduo Experimentierfreudigkeit gefragt.
Dennoch begann der Kampfabend mit einem Paukenschlag. Georgi Vangelov stand Routinier Ghenadie Tulbea gegenüber und verpasste dem ehemaligen Europameister einen technischen Überlegenheitssieg, womit der 25-jährige Bulgare direkt die volle Punktzahl für seine Farben einheimste. Publikumsliebling Iakobi Kajaia diktierte im Anschluss das Kräftemessen im Schwergewicht gegen Nikolai Kuchmii und führte früh mit 2:0, wobei es auch bleiben sollte. Somit hieß es nach den beiden Auftakt-Duellen bereits 5:0 für den Gastgeber. Debütant Sanal Semenov veredelte anschließend den perfekten Start aus Sicht der Hausherren und ließ seinem jungen Kontrahenten Aleksej Masyk keine Chance, sodass der erfahrene russische Spitzenringer mit spektakulären Aktionen die nächsten vier Zähler auf das VfK-Konto beisteuern konnte. ASV-Athlet Nicolae Ceban hatte im Folgekampf zunächst Vorteile und griff immer wieder gefährlich an, doch der Schifferstadter Alexander Hushtyn zeigte ein ums andere Mal seine gefürchteten Konterangriffe und behielt letztlich mit 6:0 die Oberhand. Auch im letzten Kampf vor der Pause fanden die Gäste nicht in den Abend, da der Mann im roten Dress, Murshid Mutalimov, äußerst souverän agierte und zum 13:0-Pausenstand erhöhte. „Wir haben uns schon erhofft, dass wir im ersten Durchgang alle Begegnungen für uns entscheiden und die Athleten nach der Pause von unserem Publikum getragen werden, um womöglich für Überraschungen zu sorgen“, erklärte Freistil-Coach Erol Bayram die Überlegungen im Vorfeld des Kampfabends. „Dass es im Endeffekt natürlich genauso eintritt, macht uns auf der einen Seite glücklich, ist aber auch nicht immer planbar“, bezieht sich Bayram vor allem auf die beiden Ersatzleute Artur Politaev und Andrej Kviatkovski .
Den Anfang im zweiten Durchgang machten im Duell der Giganten allerdings Zhan Belenyuk und Alan Ostaev. Während der Schifferstadter im Standkampf seine ganze Klasse zeigte, überragte der ukrainische Ex-Weltmeister mit starken Aktionen am Boden, was letztlich den Ausschlag geben sollte. 3:7 hieß es nach dem Schlussgong, was die ersten beiden Zähler für den Gast aus Nendingen bedeutete. Doch von Aufholjagd keine Spur, denn anschließend sollte ebenjener Artur Politaev für die Überraschung des Tages sorgen und den favorisierten Denis Murtazin auf die Schultern befördern. Somit war die Begegnung drei Kämpfe vor Ende bereits endgültig entschieden. Dies tat der tollen Stimmung jedoch keinen Abbruch, auch wenn Arik Shebzukov im Anschluss gegen den diesjährigen WM-Zweiten Yabrail Hasanov auf verlorenem Post stand und deutlich unterlag. Wesentlich besser machte es der eine Gewichtsklasse aufgerückte Andrej Kviatkovski, welcher sich gegen den sechs Kilogramm schwereren Tsotne Baramidze in ganz starker Form präsentierte und mit zwei weiteren Punkten zum 19:5 ausbauen konnte. Kazbek Kilov ließ es sich zum Abschluss nicht nehmen, seine Siegesserie fortzusetzen und blieb nach einem sehenswerten 5:1-Erfolg gegen den Ex-VfK’ler Daniel Cataraga weiter unbesiegt.
„Es hat alles gepasst, die Ringer waren hochkonzentriert und auf den Punkt da, wie auch das Publikum, welches unsere Athleten immer wieder nach vorne gepeitscht hat, zeigte sich Markus Scherer hochzufrieden. Tatsächlich honorierten die VfK-Ringer die Ovationen der Fans und weilten noch lange nach dem Kampf im Fanblock der „Abaraade“, wo gemeinsam ein historischer Abend gefeiert werden durfte.
Tadellos war im Übrigen auch die Leistung des Kampfrichtergespanns um Mattenrichter Frank Lenk, welches das Geschehen jederzeit im Griff hatte.
Weiter geht es für den VfK am kommenden Wochenende mit dem Halbfinale-Rückkampf in Nendingen.

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