VfK unterliegt nach Wechselbad der Gefühle

Auch die zweite Neuauflage des diesjährigen DRL-Finals verlor der VfK am gestrigen Samstagabend gegen den SV Germania Weingarten und verpasste es dadurch, tabellarisch mit den Gästen gleichzuziehen. 16:13 setzten sich die Germanen letztlich in einem hart umkämpften Duell durch, welches einige Highlights zu bieten hatte.
Die Schifferstadter erwischten zunächst einen Auftakt nach Maß. Da der SVG erneut lediglich einen deutschen Athleten aufbieten konnte – der VfK im Gegensatz dazu sogar gleich drei – erhielten die Hausherren die obligatorischen sechs Bonuspunkte. Zudem eröffnete Neuzugang Akhmed Idrisov das Kampfgeschehen mit einem überzeugenden 7:0-Punktsieg über Reineri Andreu, sodass der VFK die Führung direkt ausbauen konnte. Doch die Freude der Anhänger wandelte sich schnell in Ernüchterung, denn Fatih Cakiroglu, Marvin Scherer sowie Rückkehrer Murad Gadjimuradov verloren anschließend allesamt technisch überhöht und konnten den starken SVG-Athleten Oscar Pino, Luis Orta und Shamil Musaev nur wenig entgegensetzen. Aber auch die Zeit des Verzagens hielt nur einen kurzen Moment an, da Murshid Mutalimov im letzten Kampf vor der Pause überraschend Kontrahent Alejandro Valdes besiegte und die Zuschauer mit einem beherzten Auftritt begeisterte. Nach zuletzt zwei enorm ärgerlichen Niederlagen belohnte sich der kampfeslustige Russe im dritten Anlauf gegen den kubanischen Weltklasseringer, welcher in den letzten fünf Jahren auf deutschem Boden lediglich durch Bajrang Punia, Vladimir Khinchegashvili und Frank Chamizo besiegt werden konnte. Dies untermauert die eindrucksvolle Leistung Mutalimovs, welcher sein Team somit wieder zurückbrachte.
Zum Auftakt der zweiten Hälfte verpasste es Ilyas Özdemir jedoch für eine weitere Überraschung zu sorgen und gab gegen den mehrmaligen Deutschen Meister Jan Fischer erneut zwei Zähler ab. Dadurch waren die Gäste bereits mit fünf Punkten enteilt und auch die kommende Begegnung sollte auf dem Papier zunächst nichts Positives verheißen. Sanal Semenov traf auf seinen russischen Landsmann und letztjährigen Europameister Adam Kurak, welcher auf internationaler Bühne normalerweise zwei Gewichtsklassen über Semenov beheimatet ist. Doch von Beginn an ließ sich der Schifferstadter nicht durch den bedeutenden Gewichtsunterschied beeindrucken, wurde im Laufe der Kampfzeit zunehmend aktiver und fügte dem haushohen Favoriten eine schmerzliche 7:1-Niederlage zu, welche beim Gastgeber die Hoffnung auf einen nun wieder realistischen Heimsieg erneut entfachte. 11:14 hieß der Zwischenstand drei Kampfpaarungen vor dem Ende, in denen sich die Experten durchaus drei Schifferstadter Siege ausrechneten. Der junge Alik Shebzukov hatte es anschließend in der Hand, seine Mannen endgültig zurück in die Spur zu bringen, wollte in Führung liegend, zehn Sekunden vor dem Schlussgong allerdings zu viel und gab seine Führung noch ab. Somit lag es an Akhmed Shokumov, welcher seine ersten beiden Begegnungen im VfK-Dress souverän für sich entscheiden konnte, den Schifferstadter Sieg zu ebnen. Doch dieser stieß gegen den starken Khalil Aminov vor allem an seine körperlichen Grenzen und konnte trotz Führung und engem Kampfverlauf keine weiteren Zähler für seine Farben einheimsen, sodass die Gesamtbegegnung vor dem letzten Kampf bereits entschieden war. Kazbek Kilov bot zum Abschluss nochmal eine überzeugende Leistung gegen Laszlo Szabo, was jedoch letztlich nicht mehr als Ergebniskosmetik war.

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