Niederlage in Nendingen ohne Folgen

Die Hyphothek von 16 Punkten Rückstand aus dem Halbfinal-Hinkampf in der Deutschen Ringerliga war letztlich zu groß für den Gastgeber des ASV Nendingen, welcher am gestrigen Samstagabend den VfK in der Tuttlinger Mühlauhalle empfing und sich trotz eines 14:9-Erfolgs erhobenen Hauptes verabschieden musste.
Somit steht der VfK zum zweiten Mal in Folge im Finale der DRL und kämpft am 2. und 9. Februar abermals um den bedeutendsten Titel im internationalen Mannschaftsringen. Finalgegner wird erstmals in der Geschichte des VfK der nordbadische Kontrahent des SV Germania Weingarten, welcher sich in einem hochdramatischen Herzschlagfinale gegen den amtierenden Meister KSV Ispringen durchsetzte.

„Nervosität und Aufregung sind immer da, auch wenn der Vorsprung noch so groß ist“, gab Griechisch-römisch-Trainer Markus Scherer im Vorfeld des Halbfinal-Rückkampfes offen zu. Dessen Gemütslage schien nach den ersten beiden Begegnungen jedoch keineswegs besänftigt, denn Debütant Hammet Rüstem, welcher den ausgefallenen Zhora Abovian vertrat, lag bereits nach 38 Sekunden auf den Schultern, während Daniel Ligeti im Anschluss zwar immerhin nur zwei Mannschaftszähler abgab, den gefürchteten Nendinger Traumstart allerdings nicht verhindern konnte. Somit hieß es nach zwei von zehn Kämpfen bereits 6:0 für den Gastgeber. „Das lief natürlich entgegen unserer Vorstellung. Gerade in gegnerischer Halle kann sich auch schnell eine Eigendynamik entwickeln. Dennoch hatten wir den ein oder anderen Trumpf noch in der Hinterhand, sodass der schwache Start dann doch schnell erledigt war“, verwies Freistil-Coach Erol Bayram vor allem auf Sanal Semenov, der im Folgekampf erneut seine ganze Klasse unter Beweis stellte. Gegen den amtierenden Europameisterschaftsdritten Donior Islamov benötigte der technisch beschlagene Russe lediglich 2 Minuten und 24 Sekunden, ehe er seinen Gegner schulterte und damit für kollektives Aufatmen im VfK-Lager sorgte.
Vladlen Kozliuk hielt anschließend zwar umgehend den nächsten Dämpfer bereit, indem der letztjährige Juniorenweltmeister gegen seinen sechs Kilogramm leichteren Landsmann Aleksander Shyshman deutlich verlor, doch auch diesen Rückschlag wusste Zelimkhan Abakarov im letzten Kampf vor der Pause zu egalisieren und schlug den neunfachen afrikanischen Meister Adama Diatta klar mit 8:0. Somit führten die Hausherren zur Halbzeit nur noch mit 8:7.

Der zweite Durchgang sollte erneut mit dem Giganten-Duell zwischen Alan Ostaev und Zhan Belenyuk beginnen, doch auch im dritten Anlauf verpasste der Schifferstadter seinen ersten Sieg gegen den erfolgreichsten Mittelgewichtler der vergangen Jahre und gab weitere zwei Mannschaftpunkte ab. Stark präsentierte sich im Anschluss Andrej Kviatkosky, der den Weltmeister des Jahres 2017, Zurabi Iakobishvili, am Rande einer Niederlage hatte, aber aufgrund der letzten Wertung des Georgiers 1:1 verlor. Der gerade 18-Jährige Arik Shebzukov verzweifelte in der nächsten Begegnung am erfahrenen Piotr Ianulov, der die Angriffe des jungen Russen immer wieder clever abwehrte und sich letztlich verdient mit 6:3-Punkten durchsetzte. Dennoch war der Finaleinzug damit auch punktetechnisch endgültig besiegelt, was für spürbare Erleichterung beim VfK-Tross sorgte. Nach der Entscheidung konnte sich Daniel Cataraga im wiederholten Aufeinandertreffen mit Kazbek Kilov dann immerhin für die letztwöchige Niederlage revanchieren und heimste nach einem ereignisarmen Kampf einen Mannschaftszähler für die Tulbea-Staffel ein. Zum Abschluss durfte auch der Gast aus Schifferstadt nochmal jubeln, indem Vasyl Mikhailov seinen kasachischen Widersache Tsotne Baramidze in Schach hielt und die Gesamtniederlage damit etwas minimierte.
Dennoch überwog die Freude auf Seiten des VfK, der nun auf das große Finale hinfiebern darf, welches zunächst in der Schifferstadter Wilfried-Dietrich-Halle stattfinden wird.

Der Vorverkauf startet ab kommendem Mittwoch, 16. Januar, wie gewohnt bei unserem Partner Zweiradhaus Mayer, Hauptstraße 10a, Schifferstadt oder per Mail an tickets@vfk07.de.