Was wäre möglich gewesen, wenn…? 

Diese Frage stellte man sich beim VfK nach der 18:13-Niederlage gegen den KSV Rimbach am späten Samstagabend in vielfacher Ausführung. Einerseits verliefen einige Kämpfe äußerst unglücklich, andererseits trauert man ausgefallenen Kräften hinterher. 

Der Start verlief vielversprechend. Emre Sahin entpuppte sich wie gewohnt als sichere Bank und heimste die ersten vier Zähler für seine Farben ein. Gedämpft wurde der verheißungsvolle Start jedoch umgehend. Cuma Akgün stand mit knapp 40 kg weniger dem polnischen Schwergewichtler Rafal Krajewski gegenüber und war bereits im Vorfeld nahezu chancenlos. „Das Schwergewicht bleibt im Griechisch-römischen-Stil leider weiterhin unsere Achillesferse“, erklärt Trainer Markus Scherer. Da die letztjährigen Punktehamster Marcel Kasperek und Piotr Chudzik kurz vor Saisonbeginn unerwartet ausfielen, musste zuletzt Alex Hushtyn stilartfremd ran. Weil der weißrussische Verband allerdings wiederum am Wochenende seine Sportler zum Lehrgang bat, stand Hushtyn nicht zur Verfügung.

Die beiden Folgekämpfe sorgten dafür, dass der Glaube an einen Erfolg bereits frühzeitig schwand. Zunächst gab Daniel Ufelmann nach verhaltenem Beginn unnötigerweise drei Mannschaftspunkte ab, während Jusuf Senyigit einen fast sicher geglaubten Sieg erneut mit dem Schlussgong herschenkte. „Yusuf hat die taktischen Vorgaben fünf Minuten hervorragend umgesetzt. Leider blieb er in der Schlussminute zu sehr auf Distanz“, ärgert sich Bayram. Im Anschluss folgte das mit Spannung erwartete Duell zwischen Scott Gottschling und Julien Zinser. Letzterer trat erstmals an seiner beheimateten Wirkungsstätte als Gastringer an und setzte sich letztlich deutlich mit 8:1 durch. „Dazu hätte es nicht kommen müssen“, ist Trainer Erol Bayram überzeugt. Bis zur Pause führte der erfahrenere Gottschling mit 1:0, ehe es kurz nach Wiederbeginn zum Wendepunkt kam. „Hätte Scott den gut forcierten Spaltgriff durchgezogen und die Führung ausbauen können, hätten wir einen anderen Kampf erlebt“, ist sich Bayram sicher. Dies tat Gottschling nicht, Zinser wehrte ab und war in der Folge nicht mehr aufzuhalten. Somit führten die Rimbacher zur Pause bereits 10:4.

Auch Aushängeschild Denis Kudla verpasste es erstmals in der laufenden Saison, seinen Gegner auszupunkten, sodass „nur“ drei weitere Mannschaftspunkte aufs Schifferstadter Konto wanderten.

Ein Punkte-Feuerwerk gab es zwischen Marc Fischer und Marc Janske. 28 Punkte durfte das Publikum bestaunen, ehe der Rimbacher beim Stand von 18:8 einen weiteren Griff zog und Fischer zehn Sekunde vor dem Ende noch schulterte. Ein weiterer unglücklicher Punktverlust für den VfK.

Vasyl Mikhailov brachte sein Team zwar nochmal heran, doch auch dessen Überlegenheitssieg sollte letztlich nicht mehr reichen. Remle stand gegen Andrej Kurockin nämlich anschließend auf verlorenem Posten und die Niederlage war besiegelt. Einen persönlichen Trost konnte sich immer Adrian Barnowski verschaffen. Gegen Nico Schmitt, deutscher Juniorenmeister und direkter Konkurrent auf nationaler Ebene, siegte Barnowski mit 6:1.

„Die Niederlage geht in Ordnung. Dennoch hatten wir in vielen Kämpfen Pech, weshalb mit etwas Glück mehr drin gewesen wäre, hadert Bayram. Umso bitterer, dass mit Pavel Puklavec und Gregor Kunkel gleich zwei wichtige Athleten aufgrund der anstehenden U23-WM verhindert waren und auch Alex Hushtyn erstmals fehlte. „Bereits nach dem Wiegen war daher klar, dass es sehr schwierig wird. Rimbach ist mit vier Ausländern angereist, wir hatten nur zwei in unserer Aufstellung“, weiß Bayram um die Wichtigkeit ausländischer Siegringer. 

Besser erging es der zweiten Mannschaft, welche sich im Derby gegen die WKG Ludwigshafen hauchzart mit 15:14 durchsetze und weiterhin verlustpunktfrei bleibt. Noch deutlicher machte es die Schülermannschaft beim 43:4-Erfolg gegen den KSV Kirrlach. (ah)