Prestigeträchtiges Duell in Reilingen

Am fünften Kampftag der Zweiten Bundesliga Süd reist die erste Mannschaft des VfK 07 heute Abend zur RKG Reilingen-Hockenheim. Kampfbeginn ist 19.30 Uhr in der Reilinger Fritz-Mannherz-Halle.
Die Anfangseuphorie beim VfK ist nach der letztwöchigen Heimpleite gegen den KSV Rimbach endgültig verflogen. So folgten auf zwei spektakuläre Heimerfolge zum Auftakt zwei Niederlagen, weshalb das Führungsduo der Zweiten Bundesliga bereits etwas enteilen konnte. Von einer sportlichen Krise will man beim VfK allerdings nichts wissen. Zu offensichtlich sind jene Faktoren, die zu den vergangenen beiden Ergebnissen führten und dennoch steht man als Aufsteiger mit vielen jungen deutschen Nachwuchsathleten weiterhin auf einem respektablen dritten Rang. Entsprechend nüchtern ordnet die sportliche Führung die Ergebnisdelle ein. „Wir konnten zuletzt unser Kaderpotential nicht vollends ausschöpfen, was sich bei der Konkurrenz in dieser Klasse sofort bemerkbar macht“, weiß Griechisch-römisch-Trainer Markus Scherer. Nichtsdestotrotz blickt man mit einem positiven Gefühl auf die kommenden Wochen. „Die Personalsituation ist zwar nicht bedeutend einfacher geworden“, macht Bayram keinen Hehl aus der kniffligen Gesamtlage, die aufgrund internationaler Wettkämpfe so manchen Ausfall impliziert. „Dennoch sind wir in der Breite sehr gut besetzt und fahren selbstverständlich auch mit Ambitionen nach Reilingen“, gibt sich Bayram kämpferisch.

Der Ringer-Standort Reilingen dürfte beim eingefleischten VfK-Anhänger durchaus Erinnerungen wecken. Die damals noch als AV eigenständig an den Start gehenden Nordbadener avancierten Ende der 70er-Jahre zu einem Spitzenklub des deutschen Mannschaftsringens, was im Titelgewinn 1982 gipfelte. Auf dem Weg dorthin schlugen die Reilinger im Viertelfinale auch den VfK, obwohl dieser im Hinkampf noch einen Zehn-Punkte-Vorsprung errang. Dieser löste sich beim Rückkampf allerdings rasch in Luft auf, sodass die Hausherren doch noch sensationell ins Halbfinale einziehen konnten und wenige Wochen später die deutsche Meisterschaft bejubeln durften. Der heutige VfK-Coach Scherer erinnert sich ungern an den Kampf. „Diesen Vorsprung noch herzugeben war eine schmerzliche Erfahrung. Ungewohnterweise mussten wir sonntagmorgens antreten, womit wir überhaupt nicht zurechtkamen“, erinnert sich Scherer. Neben dem damaligen Aushängeschild Erich Klaus stand auch der heutige Cheftrainer Wolfgang Laier in der AV-Staffel und wurde in jenem Aufeinandertreffen zum Helden der Reilinger Anhängerschaft.

Nach einigen Jahren in den Niederungen des nordbadischen Ringerverbandes fusionierte der einstige Top-Verein im Jahr 2010 mit dem RSV Hockenheim zur Ringkampfgemeinschaft und stieg 2018 wieder in die deutsche Eliteklasse auf. An vergangene Erfolge konnte die RKG jedoch nicht anknüpfen und musste zur aktuellen Saison wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Doch auch gegenwärtig läuft es alles andere als rund. Hatten die Gastgeber im Vorfeld der Saison noch den direkten Wiederaufstieg als Saisonziel ausgerufen, so findet man sich nun sieglos auf dem letzten Tabellenrang wieder. Auch die RKG hatte in der noch jungen Saison Probleme, ihre nominell besten Athleten allesamt auf die Matte zu bekommen, weshalb der Fehlstart durchaus erklärbar ist. „Treffen wir auf einen Gegner in Bestbesetzung, wird es enorm schwer“, ist sich das Trainerduo einig, welches den Kontrahenten keineswegs unterschätzt.
Bereits im Vorfeld treffen die Schülermannschaften beider Vereine ab 18 Uhr aufeinander, während die zweite Herrenmannschaft ab 17.30 Uhr bei der Bundesligareserve des ASV Mainz 88 gastiert.